Über die Ferrata auf die Alpspitze - Warum eine geführte Tour mit Bergführer Sinn macht?

12.09.2018 14:30

Die Tour auf die Alpspitze über die Ferrata gilt als absoluter Klassiker in den bayrischen Alpen unter den leichten und schönen Klettersteigen. Mit 2628 Metern bietet der Berg mit pyramidenförmigem Gipfel und der markanten Ostflanke einen Klettersteig, welcher sich sowohl für Anfänger als auch für leidenschaftliche Klettersteig-Geher eignet. Dennoch sollte die Tour nicht unterschätzt werden! Die Bedingungen am Berg, wie Wetter, Temperatur und Höhe, stellen beim Klettersteig über die Alpspitze eine nicht unbedeutende Herausforderungen dar. Für Einsteiger und Personen, die sich dem Begehen von Klettersteigen annähern möchten, sollte daher eine Führung mit Bergführer in Erwägung gezogen werden.

Alpspitze Garmisch

Die Tour über den Klettersteig auf die Alpspitze
Mit der Osterfelderbahn wird man zur Bergstation transportiert. Von dort erreicht man über einen einfachen Wanderweg in ca 20 Minuten den Einstieg der Alpspitze-Ferrata. Hier erfolgt bei einer Führung die Sicherheitseinweisung durch den Bergführer.
Gleich am Anfang der Ferrata kommen einige steile Klettersteig-Passagen, die den Charakter der Tour aufzeigen. Die Schwierigkeiten reduzieren sich dann nach den ersten Metern etwas, das Gelände legt sich nach Erreichen einer Scharte mit Wandbuch etwas zurück. Die folgenden Höhenmeter bewältigt man dann anstatt eines steilen Klettersteiges, hauptsächlich im Schrofengelände und auf einem Bergpfad der mit Schotter und Fels durchsetzt ist und immer wieder Drahtseile zur Sicherung aufweist. Immer wieder kann jetzt schon ein kurzer Blick auf das Gipfelkreuz erhascht werden. Nach einem Linksknick wird der nun wieder steile Klettersteig noch einmal mit voller Energie bestiegen, ehe man sein Ziel erreicht hat.
Am Gipfel der Alpspitze hat man perfekte Aussicht auf viele bedeutenden Berge der bayerischen Alpen, inklusive der Zugspitze. Hat man den Anblick genug ausgekostet, geht es an den Abstieg. Dieser fordert einem noch einmal richtig und ist ein weiterer Grund warum eine Führung durch einen Bergführer Sinn macht..
Über die Ostflanke geht man achtsam die Alpspitze herab. Erreicht man nach dieser heiklen Passage den Ostgrat, kann man in den Oberkar absteigen. Die letzte Hürde stellt der Nordwandsteig dar, zu welchem nun über eine Leiter hinabgeklettert wird. Bevor man aber wieder am Einstieg der Alpspitze-Ferrata vorbeikommt, heißt es noch einmal Acht zu geben. Über zwei eindrucksvolle Tunnels, die durch die Nordflanke der Alpspitze führen erreicht man den Ausgangspunkt der Tour - die Bergstation der Osterfelderbahn.

Einstieg der Alpspitz-Ferrata

Welche Ausrüstung benötige ich für den Klettersteig auf die Alpspitze?
Für die Tour über die Ferrata auf die Alpspitze wird die klassische Klettersteig-Ausrüstung benötigt. Dazu gehören obligatorisch Helm, Klettergurt und das Klettersteigset. Da das Wetter und die Temperatur auf der Alpspitze stark von den Bedingungen im Tal abweichen kann, sollte man auf keinen Fall auf wetterfeste Funktionskleidung verzichten. Genauso dürfen ausreichend Getränke und genügend Proviant für mehrere Stunden nicht fehlen.

Welche Schwierigkeiten erwarten mich auf der Tour?
Trotz ihrer Eignung für Anfänger, darf der Klettersteig der Alpspitze nicht unterschätzt werden. Wer keine Höhe gewöhnt ist, nicht absolut trittsicher ist und sich hinsichtlich seiner Kondition nicht ganz sicher ist sollte vorsichtig sein und nicht auf eine geführte Tour mit Bergführer verzichten.
Außerdem kommt es in den Sommermonaten immer wieder zu starken Gewittern und selbst Schneefälle sind nichts absolut Ungewöhnliches. Obwohl der Klettersteig gerade im Aufstieg bestens gesichert ist, ist gerade beim Abstieg Vorsicht geboten. Beim Herabsteigen wird die Ostschulter nämlich immer schmaler. Die gängigen Alpine Gefahren dürfen auch nicht unterschätzt werden.

Warum macht eine geführte Tour mit einem Bergführer Sinn macht?
Obwohl der Klettersteig für alle fitten Bergsteiger mit Trittsicherheit und Schwindelfreiheit geeignet ist, sollte man sein persönliches Können auch nicht überschätzen. Gerade wenn man noch ausreichenden Erfahrungen beim Bergwandern und Bergsteigen sammeln konnte oder wenn man schon lange nicht mehr in den Bergen unterwegs war, hilft einem der Bergführer diesen Tag in den Bergen auch wirklich genießen zu können. Die Ferrata gilt als leichter Klettersteig, zweifelsohne! Einige Punkte relativieren diesen Begriff jedoch, weswegen eine Führung durch einen Bergführer Sinn macht. Wer wenig Erfahrung in den Bergen hat, sollte auf eine geführte Tour nicht verzichten. Häufig kommt es vor, dass Bergsteiger beim Abstieg vom Weg abkommen und sich verlaufen. Mit einem ortskundigen Bergführer passiert dies nicht. Bestreitet man die Alpspitze mit Führung, kann der Bergführer ebenso alpine Gefahren besser abschätzen und rechtzeitig reagieren. Sommergewitter und Blitzeinschläge können höchste Lebensgefahr darstellen. Bei sorgfältiger Tourenplanung mit Bergführer, ist der Klettersteig der Alpspitze definitiv sicherer. Wer gerade in die Welt des Kletterns einsteigt, oder keine Kenntnis über die Alpspitze besitzt, sollte unbedingt auf eine Tour mit Führung durch Bergführer zurückgreifen. Darüber hinaus sind bei den Führungen der Alpinschule Garmisch auch immer die komplette Sicherheitsausrüstung, also Gurt, Helm und Klettersteigset im Preis inbegriffen.

Klettersteigausrüstung für die Alpspitze