Bergwanderung mit Panorama-Blick auf die Zugspitze

06.05.2018 18:53

Wir haben das traumhafte Wetter heute ausgenutzt und uns auf der Kramer-Südseite wieder auf die Suche nach ein paar alten alpinen Steigen gemacht, die wir unseren Wander-Gästen in diesem Jahr wieder zeigen können.

Die diese Seite des Kramers den ganzen Tag die warme Frühjahrssonne ab bekommt, sind hier keine Altschneefelder mehr vorhanden.

Nachdem wir an der Windbeutelalm geparkt haben und nach einigen Minuten den stark bevölkerten Kramer-Plateauweg hinter uns gelassen haben, steigen wir langsam aber stetig über zunächst mässig steiles und dann sehr steiles Bergwiesengelände bergan. Dabei merken wir schon nach einigen hundert Metern, dass es auch heute wieder gut war einiges an Getränken mitzunehmen, da es trotz des Bergwaldes an der Südseite wirklich sehr warm ist.

Wir haben es heute nicht eilig und so machen wir an den kleinen, urigen Bankerln, die uns auf dem Weg begegnen stets einen kurzen Halt und lassen den Blick in Richtigung Wetterstein-Massiv schweifen, das in den größeren Höhen noch fest in der Hand von Schnee und Eis ist.

Die Aussicht ist einfach jedes Mal so schön, dass wir an dem heutigen Sonntag sicherlich keinen neuen Zeit-Rekord aufstellen werden. Nein, das ist nicht unser Ziel! Wir möchten einfach nur das schöne Wetter in herrlich einsamer Berglandschaft mit perfekten Blick auf Garmisch genießen. Hin- und wieder fachsimpeln wir, wie denn die eine oder andere Blume heißen mag. Gänseblümchen, Erika, Teufelskralle, Silberwurz, Hahnenfuss, Kugelblume und Enzian erkennen wir ziemlich schnell, aber es gibt immer noch eine Vielzahl am Blumen, bei denen wir uns heute schwer tun einen Namen zu finden. Es ist schön jedes Jahr im Frühjahr in den Bergen mit dabei sein zu dürfen, wenn die Natur erwacht und die Berghänge von einer schier unendlichen Blütenflut geschmückt werden.

Wir setzen unseren Weg fort und erreichen nach einigen Ausblicks- und Erkennungspausen unser erstes Zwischenziel - die "Residenz". Ein wirklich wunderschön, rühiges Fleckchen von dem man aus einen atemberaubenden Blick auf das Wettersteingebirge, Zugspitze, Alpspitze, den Jubiläumsgrat und auch den Wettersteingrat hat. Die betriebige Ortschaft Garmisch liegt einem zwar zu Füßen, aber jeglicher Stress schafft es nicht bis an diesen schönen Ort, der zum Verweilen und Nachdenken einlädt.

Nach einer kleinen Brotzeit raffen wir uns wieder auf und folgen dem kleinen, teilweise kaum erkennbaren Steig weiter ostwärts.

Die Wanderung an der Kramer-Südseite führt über viele verschiedene kleine Steige

Während wir anfangs immer stetig und steil bergauf gegangen sind, ist es jetzt angehm einfach einmal nur den Südhang zu queren. Immer wieder wieder der kleine Steig von Gumpen und kleineren Rinnen unterbrochen, doch er verliert sich nie ganz. Auf unserer linken Seite können wir in Richtung Kramergrat blicken und die rechte Seite bietet die ganze Zeit ein unbeschreibliches Berg-Panorama.

Nach einiger Zeit erreichen wir schließlich den Normalweg , der auf den Kramer führt - heute ist hier seltsamerweise erstaunlich wenig los. Doch als wir weiter absteigen in schließlich zum Abzeig in Richtung Königsstand gelangen, so hören und sehen wir sie doch. Einige kleine Gruppen an Wanderern - einige eher ruhig und gemächlich unterwegs, andere geschäftig und laut.

Wir steigen weiter ab in Richtung St.Martins-Hütte. Der Weg ist jetzt ein breiter Bergwanderweg. Er ist ausgetrampelt und immer wieder von Abkürzern durchzogen. Mit dem Charm des bisherigen Hirtensteiges kann er leider nicht mehr mithalten, einfach ein bißchen anders.

Wir erreichen schließlich die Hütte und da ist Sie wieder - Betriebsamkeit, Lärm, Musik, Gepräche, anstoßende Gläser....eben die Geräusche der Zivilisation. Wir halten kurz inne....einen Joker haben wir noch! Der Abstieg über den "Scheiß-Häusl-Steig" bietet uns noch einmal die Möglichkeit die viel begangene Forststraße zu umgehen. Hier ist es wieder ruhig! Keine Menschenseele....nur Vögel, Blumen, Insekten...und heute leider auch Zecken :-)

Nach ca 20 Minuten erreichen wir wieder den Kramerplateau-Weg und in wenigen Minuten sind wir wieder an unserem Auto bei der Windbeutelalm. Was bleibt sind herrlich ruhige Eindrücke einer Berglandschaft die keineswegs überall von Touristenmassen überschwemmt wird. Solche kleinen und "geheimen" Steige sind es, die uns immer wieder das Entfliehen aus dem Alltagstrubel ermöglichen und deswegen müssen sie auch in keine Karte eingezeichnet werden. Man muss sie einfach gehen, genießen und sie an die Menschen, die einem ans Herz gewachsen sind, zeigen!

Wer an einem solchen wunderschön ruhigem Naturerlebnis teilhaben möchte, kann sich gerne einmal unsere kleine Wanderung hier ansehen:
Tageswanderung auf alten, geheimen Hirtensteigen

Wir wünschen euch einen guten Start in die Wandersaison 2018

Euer Team der Alpinschule Garmisch